In den ehemaligen Ausstellungsräumen findet nun lösungsorientiertes Malen statt.

Nach dem Auszug der Turbine, der offenen Werkstatt, aus den Räumlichkeiten der ehemaligen Galerie am Leewasser in Brunnen, hat die Eigentümerfamilie das Haus zur Miete ausgeschrieben.

Inzwischen ist klar, in der ehemaligen Galerie geht es weiterhin um Kunst, diesmal aber um Maltherapien, dies  aber ohne Publikumsangebot. Die Seeklinik Brunnen hat das Haus gemietet. André Sidler, Leiter Marketing und stellvertretender Spitaldirektor erklärte: «Und dies im Zuge von Covid 19 bereits seit anfangs April.»

In der Seeklinik Brunnen finden Menschen Hilfe, die an  Burnout, Depressionen oder unter Schlafstörungen leiden. Während der dem rund sechs Wochen dauernden stationären Aufenthalt bildet die Maltherapie einen wichtigen Bestandteil des ganzheitlichen Behandlungskonzepts. Mit COVID-19 und den Vorgaben des Bundes  waren die Räumlichkeiten in der Seeklinik plötzlich zu knapp, gerade jetzt, da Abstand halten gilt.

Die Räumlichkeiten der ehemaligen Galerie am Leewasser boten die schon länger geplante räumliche Erweiterung. Sie wurden deshalb langfristig dazu gemietet und sind nun der neue Ort für diese Therapieform. «KreativZeit» steht am Eingang. Auf jedem Stockwerk finden sich sieben Therapieplätze. Die Schreiner- und Mobiliararbeiten wurden lokal vergeben und zügig umgesetzt. André Sidler betont die Bedeutung der Klinik als Teil des Dorfes Brunnen und erklärt: «Gerade der kurze Spaziergang von der Klinik zum ֿ»KreativZeit Atelier» erlaubt einem, den Kopf ein bisschen zu lüften und auf andere Gedanken zu kommen»

Marco Gebbers, Chefarzt und Ärztlicher Direktor betont die Wichtigkeit des lösungsorientieren Malens im Behandlungskonzept. Mit dieser Therapieform werden malend Dinge zum Ausdruck gebracht, die man nicht verbalisieren kann. Seit der Corona-Krise gehört die Maltherapie zum Standard für alle Patienten und wurde gar von 60 auf 90 Therapieminuten erweitert. «Das lösungsorientierte Malen bietet Menschen, die total blockiert sind einen Weg, wieder zu ihrem Thema zu finden», sagt Gebbers. Letztlich sei es ein achtsames Vorgehen, eine sinnliche Erfahrung. «Man hat alles dabei, muss aber nicht sprechen.» Gemalt wird mit der nicht dominanten Hand, womit andere Gehirnareale aktiviert und Blockaden gelöst werden.  Somit hat das Haus, das Kunstgalerie war,  wieder zum Malen zurückgefunden.

Marco Gebbers, Chefarzt und ärztlicher Direktor der Seeklinik Brunnen und André Sidler, stellvertretender Spitaldirektor in den Therapieräumen am Leewasser, die schon fleissig genutzt werden.