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Die Zürcher AMEOS Gruppe hat vor Kurzem die Seeklinik Brunnen übernommen. Dr. Marina Martini erklärt Gründe und Ziele im Interview.

Die AMEOS Gruppe hat die Seeklinik Brunnen jüngst erworben. Weshalb?

Wir sind ein Schweizer Unternehmen mit Sitz in Zürich und hatten schon immer das Ziel, in der Deutschschweiz mit Kliniken präsent und aktiv zu sein. Wir wurden angefragt und stellten fest, dass die Seeklinik wunderbar zu unseren Kompetenzen passt. Die Seeklinik in Brunnen ist eine Einrichtung, wie wir sie bereits mit gleicher Ausrichtung und ähnlicher Grösse in Österreich und Deutschland führen.

Was ist das Ziel?

Wir wollen die vor drei Jahren erfolgreich gestartete Neuausrichtung der Seeklinik Brunnen mit dem hervorragenden bestehenden Team weiterführen. Wir engagieren uns in der Behandlung von psychiatrischen Erkrankungen wie Depressionen, Burn-out und Schlafstörungen. Dabei richten wir den Fokus auf die Grundversicherten. Jeder kann zu uns kommen. Wir wollen in der Schweiz, so wie auch in allen unseren anderen Klinika, nicht eine Privatklinik für ausschliesslich Privatversicherte führen.

Gibt es nun konzeptionelle Änderungen?

Nein, das Konzept, wie es seit drei Jahren umgesetzt wird, war gerade einer der Hauptgründe für unseren Einstieg. Die Verknüpfung von Schul- und Komplementärmedizin und die Kombination von Psychiatrie und Schlafmedizin finden wir hervorragend. Sie passt zur Ausrichtung unseres Unternehmens. Wir sind überzeugt, dass der Bedarf an Behandlungen dieser Art in Zukunft zunehmen wird.

Dann hegen Sie schon Ausbaupläne?

Aktuell erstellen wir acht zusätzliche Patientenzimmer für allgemein Versicherte, die per 1.12.2017 eröffnet werden. Wir prüfen aber derzeit, ob das ausreicht oder ob es mehr Plätze braucht, um den Bedarf zu decken.

Braucht es mehr?

Heute ist die Seeklinik Brunnen bereits sehr gut ausgelastet. Es gibt aber immer saisonale Schwankungen. Wir werden sehen, ob die acht zusätzlichen Betten ausreichen oder nicht. Unsere umfangreichen Erfahrungen, die wir als Gruppe mitbringen, werden wir der Seeklinik Brunnen zur Verfügung stellen und gemeinsam die weitere Entwicklung planen. Dies ist ein grosser Vorteil für die Seeklinik.

Hat es denn zu wenige Angebote im Kanton Schwyz?

Im Kanton Schwyz dürfte es nicht anders sein als in anderen Regionen. Die Nachfrage ist grösser als das Angebot. Im ambulanten Bereich gibt es teilweise Wartelisten. Wir wollen die bestmögliche und zeitnahe Versorgung von Betroffenen mit unserem stationären Angebot in Brunnen ermöglichen.

Gibt es heute mehr psychisch Kranke als früher? Burn-out als Begriff erlebt derzeit Konjunktur.

Es gibt in der Tat mehr psychisch Erkrankte als früher. Das hat aber auch damit zu tun, dass heute offen darüber geredet wird. Zum Vorteil für die Patienten, die früher aus falscher Scham am Schluss nicht diagnostiziert und nicht optimal behandelt wurden. Es gilt aber in der Tat aufzupassen, dass aus dem früheren Stigma der psychischen Erkrankung nicht eine Modeerscheinung entsteht. Burn-out ist eine ernstzunehmende Erkrankung, ein Erschöpfungszustand, der einer dezidierten Behandlung bedarf.

Wieviel hat die AMEOS Gruppe der Kauf der Seeklinik überhaupt gekostet?

Wir geben grundsätzlich keine Auskünfte zu finanziellen Transaktionen Daher kann ich Ihnen dazu keine Auskunft geben.

Wie autonom ist die Seeklinik noch?

Zur AMEOS Gruppe gehören 77 Einrichtungen an 41 Standorten. Wir beschäftigen rund 13000 Mitarbeitende in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Zu gross, um im Detail dreinzureden?

Für die gesamte AMEOS Gruppe bestehen Grundsätze und Richtlinien. Doch das operative Geschäft wird vor Ort verantwortet. Das muss auch so sein, denn in Zürich können wir unmöglich wissen, welche Bedürfnisse es in den verschiedenen Klinika gibt. Am Hauptsitz in Zürich gilt: Wir wollen von unseren Standorten inspiriert und angetrieben werden. Deshalb sind Vorschläge aus den Einrichtungen immer willkommen. Wir stellen sicher, dass gute Beispiele dann an anderen Standorten Nachahmer finden. So entwickeln wir unsere Standards regelmässig weiter.

Wird in Brunnen in den nächsten Jahren in neue Projekte investiert?

Grundsätzlich investieren wir an allen Standorten, wenn wir erkennen, dass wir damit das Leistungsangebot verbessern können. Natürlich muss sich das auch rechnen. Die weitere Entwicklung wird durch die Mitarbeitenden in Brunnen gemeinsam mit uns gestaltet werden. Vor Ort gibt es oftmals die besten Ideen.

Kennen Sie persönlich die Region Schwyz? War das mit ein Grund für den Kauf der Seeklinik?

Ich arbeite und lebe nun schon seit zehn Jahren in Zürich. Im Kanton Schwyz bin ich gerne unterwegs und habe schon einige Wanderstrecken erkundet. In bester Erinnerung bleibt mir die beeindruckende Tour auf den Grossen Mythen. Den Kaufentscheid hat dies aber nicht beschleunigt. Doch es stimmt: Die Region Innerschwyz ist für Mitarbeitende und Patienten sehr attraktiv.

Dr. Marina Martini, Integrationsverantwortliche für die Seeklinik Brunnen und Mitglied des Vorstandes der AMEOS Gruppe.

Das Interview erschien am 20. Oktober 2017 im «Bote der Urschweiz» (PDF)

» Medienmitteilung vom 13.09.2017 «AMEOS Gruppe übernimmt die Seeklinik Brunnen»

 

 


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André Sidler
Marketing und Kommunikation
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andre.sidler@seeklinik-brunnen.ch