Die Besten für Ihre Gesundheit
News | Medienmitteilungen

Die Seeklinik Brunnen AG ist gut ins erste Betriebsjahr gestartet. Sie soll ein Zentrum für Komplementärmedizin werden.

Mit Stephan Voegelin sprach Jürg Auf der Maur, Chefredaktor Bote der Urschweiz

Aus der Aeskulap-Klinik wurde am 1. Januar 2015 die neue Seeklinik Brunnen AG. Wie sieht es nach rund 100 Tagen aus?

Gut! Wir sind zufrieden und auf Zielkurs. Das Bauprojekt ist bis auf wenige Abschlussarbeiten beendet. Im Frühling nehmen wir noch die Umgebungsarbeiten in Angriff. Auch die Neuausrichtung ist vollzogen. Wir sind auf dem richtigen Weg.

Aber?

Die Seeklinik Brunnen ist nach den ersten 100 Tagen selbstverständlich noch nicht voll besetzt. Das wäre eine Illusion. Dessen waren wir uns bewusst und so haben wir auch geplant. Eine neue Klinik ist nicht mit einem Apple-Produkt zu vergleichen, wo sich am ersten Verkaufstag Schlangen vor der Türe bilden.

Aber Sie sind optimitisch?

Wir sind überzeugt, dass wir bis Sommer nahe an unserer Zielbelegung sein werden. Ich vergleiche die neue Seeklinik Brunnen mit einer Start-up-Unternehmung. Man hat eine gute Geschäftsidee, macht einen Business-Plan, investiert und versucht das neue Konzept so schnell als möglich umzusetzen. Wir sind nun am Anfang dieser Aufbauphase.

Die Seeklinik Brunnen will sich als Schlafklinik oder als Klinik für Leute mit psychosomatischen Problemen etablieren. Man hätte auch eine Promiklinik machen können, wo Leute wie die Putins ihre Kinder für teures Geld auf die Welt bringen lassen?

Das war nie ein Thema für uns, denn eine solche Ausrichtung wäre nicht Einklang mit dem Gründungsgedanken der Klinik. Der Prozess der Neuausrichtung begann bereits im Jahre 2012. Die ursprüngliche Klinik hatte viele Kompetenzen, die über Jahre aufgebaut wurden. Wir wollten diese Kompetenzen bündeln und in einem neuen, auf die Bedürfnisse der Gesellschaft ausgerichteten Konzept zum Tragen bringen. Selbstverständlich spielten auch ökonomische Überlegungen eine wichtige Rolle. Aber in erster Linie wollten wir ein Angebot schaffen, das auch medizinisch Sinn macht.

Das heisst?

Wir stellten uns die Fragen: Was sind die gesundheitlichen Herausforderungen und Bedürfnisse der heutigen Gesellschaft? Worin sind wir gut? Wo liegen unsere Stärken und Kernkompetenzen? So kam die Vision auf, dass wir ein Angebot zur Behandlung von psychischen Störungen wie Burn-out, Depression oder auch Schlafstörungen schaffen wollen. Nebst den fachlichen Kompetenzen haben wir mit unserem Haus, dem wunderschönen Park, der ausgezeichneten Lage in Brunnen und mit der touristischen Umgebung die besten Voraussetzungen, um Patienten in ihrem Genesungsprozess zu unterstützen.

Psychische Krankheiten werden in den nächsten Jahren eher zu- als abnehmen.

Ich denke auch, dass psychische Erkrankungen in der Medizin der nächsten Jahre ein wichtiges Thema bleiben werden. Nicht zuletzt deshalb fordert das Bundesamt für Gesundheit die Kantone auf, schweizweit mehr Betten zur Behandlung dieser Leiden zu schaffen. Burn-out, Schlafstörungen oder andere psychische Erkrankungen werden in der heutigen gestressten Zeit von Jahr zu Jahr ein ernst zunehmendes grösseres Problem.

Da wollen Sie helfen?

Nicht nur, denn wir haben uns auf die Fahne geschrieben, dass wir unseren Patienten das Beste aus der Schul- und Komplementärmedizin aus einer Hand anbieten wollen. Wir sind überzeugt, dass dies dem Bedürfnis von immer mehr Patienten entspricht. Unsere Kernkompetenz war schon vor dem Umbau in der Komplementär Medizin. Diese Kompetenz wollen wir nun sowohl unseren stationären als auch unseren ambulanten Patienten zur Verfügung stellen.

Planen Sie ein Forschungszentrum?

Ja und nein. Es ist nicht so, dass wir in unserem Park ein Forschungs-Institut aufbauen können. Da würden uns letztlich wohl auch die Mittel fehlen. Trotzdem wollen wir in diese Richtung aktiv werden.

Was heisst das konkret?

Die Komplementärmedizin leidet an einem Grundproblem: Sie wird von der Schulmedizin nur bedingt wahrgenommen oder zum Teil schlicht nicht akzeptiert. Dies wollen wir ändern.

Wie soll dies geschehen?

Unter der Leitung von Professorin Daniela Witt entsteht an der Universität Zürich die neue Fakultät für Integrative Medizin. Als Klinik für integrative Medizin arbeiten wir in Zukunft eng mit Frau Witt und ihrem Team zusammen. Wir hoffen, dass diese Zusammenarbeit mit der Universität Zürich zu Resultaten führen wird, die schliesslich auch von der Schulmedizin anerkannt werden.

Wie muss ich mir das vorstellen?

Wir haben hier in Brunnen das Personal, das Wissen und eine langjährige Kompetenz in der Komplementärmedizin. Ebenso arbeiten wir nach schulmedizinischen Richtlinien, also nach Regeln der Integrativen Medizin. Wir wollen Forschung betreiben und werden unsere Ergebnisse und Erfahrungen der neuen Fakultät zur Verfügung stellen. Dabei könnte die Bangerter-Rhyner-Stiftung eine wichtige Rolle spielen. Die Stiftung unterstützt seit Jahren medizinische Forschung. Sie hat zusammen mit der Schweizerischen Akademie der medizinischen Wissenschaften (SAMW) bereits zwei Forschungsprogramme lanciert: die Versorgungsforschung und ein Forschungsprogramm für Palliativmedizin.

Ein weiterer Neubau ist aber nicht geplant?

Nein. Wir fangen hier in Brunnen klein an. Wir sind eine Klinik, die auf Komplementärmedizin spezialisiert ist. Dazu kommt ein immer stärkerer Forschungszweig. Unser Ziel ist, dass die Seeklinik Brunnen ein Kompetenzzentrum für Komplementärmedizin wird.

Gibt es weitere Projekte?

Sie sprechen wahrscheinlich das Ärztehaus Brunnen an, das in aller Munde ist. Ja, es gibt die Planung, dass unsere Fachärzte in das Neubauprojekt der Strüby Immobilien AG ausgelagert werden könnten. Dies hätte den angenehmen Effekt, dass Raum in der Klinik frei würde, den wir für weitere Patientenzimmer gut gebrauchen könnten. Grundsätzlich würde dann das Ärztehaus die ambulante Grundversorgung der Bevölkerung der Region sicherstellen, ein Ziel, dass wir während der ganzen Umbauphase nie aus den Augen verloren haben. Die ambulante Grundversorgung für die Region wie auch stationäre Behandlung von psychischen Störungen sind integrierende Bestandteile der Seeklinik Brunnen.

Und jetzt verlässt der Klinikdirektor schon nach zwei Jahren das Haus.

Ich sage immer: Es ist niemand unersetzlich. Aber klar, wir bedauern sehr, dass sich Werner Streicher entschlossen hat, sich aus persönlichen Gründen neu zu orientieren. Er hat intensiv am neuen Konzept mitgearbeitet. Dass er bei der Umsetzung nicht mehr dabei ist, ist schade. Aber wir werden deshalb kein Jota von unseren Zielen abweichen.

Die Stelle ist schon ausgeschrieben?

Ja, sie ist offiziell ausgeschriebenen und wir haben bereits erste gute Gespräche geführt. Ich bin zuversichtlich, dass wir Stelle bis September besetzten können.

Die Seeklinik Brunnen arbeitet eng mit den Schwyzer Behörden zusammen. Sie will aktiv am Projekt für eine Integrierte Psychiatrie teilnehmen.

Wie ist der Kontakt zu den Schwyzer Behörden?

Die Spitalplanung ist auch in anderen Kantonen ein Dauerthema. Das ist auch im Kanton Schwyz nicht anders. Die Schwyzer Behörden und die Regierung machen aber einen sehr guten Job. Wir sind in ständigem und konstruktivem Austausch.

Was begeistert Sie so?

Ein Projekt namens IP3-Projekt Integrierte Psychiatrie der drei Konkordatskantone Uri, Schwyz und Zug. Die drei Kantone sind zurzeit daran, ein gemeinsames Vorgehen zur besseren Koordination beziehungswiese Angebotsplanung für die Behandlung psychisch Kranker Menschen umzusetzen. Das begeistert mich, denn wir bieten für eines der Segmente, nämlich für Menschen, die an Burn-out, Depressionen oder Schlafstörungen leiden, ein einzigartiges Angebot und sind so die ideale Ergänzung zur Psychiatrischen Klinik Zugersee und den Sozial Psychiatrischen Diensten der Kantone.

Das bedeutet für die Seeklinik?

Für uns ist das ein aussergewöhnlich gutes Projekt, bei dem wir unbedingt mitmachen wollen. Wir wollen dabei sein bei der Erarbeitung. Wir wollen mithelfen, dass IP3 ein Erfolg wird und sind bereit, hier unsere Kernkompetenzen einzubringen.

 

Über Stephan Voegelin

Stephan Voegelin ist Verwaltungsratspräsident der Seeklinik Brunnen AG und Präsident des Stiftungsrates der alleinigen Aktionärin der Seeklinik Brunnen AG, der Gottfried und Julia Bangerter-Rhyner-Stiftung mit Sitz in Bern.

 

» Download Interview vom 28.03.2015 im «Bote der Urschweiz» (PDF)

 


Finden Sie diese Informationen interessant? Dann empfehlen Sie diese Ihrer Familie, Freunden und Bekannten gerne weiter.

weiterempfehlen

Medienanfragen

Seeklinik Brunnen
André Sidler
Marketing und Kommunikation
041 825 48 81
andre.sidler@seeklinik-brunnen.ch