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Die Arbeit ist Teil unseres Lebens. Das ist wichtig und gibt uns Halt. Doch der wirtschaftliche und gesellschaftliche Druck nehmen ständig zu.

Immer mehr Leistung, immer schnellere Reaktionszeiten und vor allem die ständige Erreichbarkeit machen uns das Leben schleichend schwer. Die Freude und Motivation an der Arbeit nimmt ab. Besonders gefährdet sind ausgerechnet die, die eine hohe Leistungsbereitschaft an den Tag legen. Sie vergessen vor lauter Arbeit den Ausgleich.

Arbeit gilt als wichtiger Teil unseres Lebens, ist aber auch nur ein Teil dessen. Die Gesundheitsförderung Schweiz hat im Jahre 2015 erhoben, dass gut jeder fünfte Erwerbstätige Stress erlebt, sich erschöpft fühlt und die Erschöpfungsrate massgeblich durch Verhältnisse bei der Arbeit beeinflusst wird. Stress ist ein von Menschen wahrgenommenes Ungleichgewicht zwischen Belastungen oder Anforderungen an eine Person und deren Möglichkeiten, darauf zu reagieren. Dieses Ungleichgewicht das Wohlbefinden einschränken und plötzlich sind nicht einmal mehr die Ferien erholsam, Frustration macht sich bemerkbar und jeder und jede geht einem auf den Geist.

Chronischer arbeitsbedingter Stress führt zu Krankheiten

Hierbei sind sowohl belastende, als auch schützende Faktoren zu berücksichtigen. Häufig beziehen sich statistische Rechnungen auf Erwerbstätige, jedoch kann sich der Begriff «Arbeit» auch auf Tätigkeiten in Haushalt, Familie, Gesellschaft, Schule und Ausbildung erstrecken und alle Generationen, Gesellschafts-schichten und Geschlechter betreffen. Häufig sind Männer besonders gefährdet, weil das Konzept «Männlichkeit» mit Leistungsfähigkeit und Verzicht auf Hilfe verbunden wird. Frauen sind eher bereit, sich Hilfe zu holen und eigene Grenzen einzugestehen.

Umdenken ist angesagt

Als Impulse für ein gesellschaftliches Umdenken gelten mehrere Faktoren: Persönlichkeiten in Politik, Wirtschaft, Sport und allgemeinem öffentlichen Leben haben sich in der jüngsten Vergangenheit offen zu psychischen Erkrankungen bekannt. Ob sie Vorbilder sind oder nicht, für die Öffentlichkeit wird plötzlich sichtbar, dass diese scheinbaren Übermenschen auch nur Menschen sind und auch sie vor den Gefahren durch ständigen Stress nicht geschützt sind. Die aktuell arbeitende Generation hat begonnen eine Ausgewogenheit verschiedener Domänen des Lebens einzufordern, von denen Arbeit nur eine darstellt. Dies geht einher mit der Wirtschaft, die sich immer mehr bewusst wird, dass es wichtig ist, Mitarbeitende auf diese Themen zu sensibilisieren und neue Arbeitsmodelle zu ermöglichen. Vorbeugen ist besser als Nachsorgen, denn die Kosten von Ausfällen sind enorm - für die Gesellschaft und die Wirtschaft. Stress und dessen Folgen kosten Arbeitgeber in der Schweiz fünf bereits heute Milliarden Franken pro Jahr.

 

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Dr. rer. nat Lars Pracejus
ist leitender Psychologe, klinischer Hypnotherapeut und Spezialist für betriebliches Gesundheitsmanagement


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